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Infografik Listical Lohnentwicklung Entlohnung & Vergütung

Löhne, Produktivität und Inflation

Die Entwicklung der Löhne wird von Produktivität und Inflation beeinflusst. Wie der Verteilungsspielraum zwischen Beschäftigten und Betrieben in den vergangen Jahrzehnten aufgeteilt wurde.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer  freuen sich über individuelle Gehaltserhöhungen. Das ist klar. Schließlich schlägt sich in der Entlohnung auch eine Anerkennung der eigenen Arbeit nieder. Allerdings bedeuten steigende Löhne in der Regel auch höhere Arbeitskosten  für Unternehmen. Wenn Löhne, Preise und Arbeitsproduktivität  gleichermaßen steigen, spricht das für eine solide volkswirtschaftliche Entwicklung.

Die Infografik zeigt in einem Liniendiagramm die Entwicklung von durchschnittlichen Nominallöhnen, des Verbraucherpreisindexes und der Summe aus Verbraucherpreisindex und Arbeitsproduktivität in Deutschland von 1970 bis 2016. Die Auswertungen des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zeigen auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts wie sich die Entwicklung der durchschnittlichen Nominallöhne im Laufe der 90er Jahre von der Entwicklung der Arbeitsproduktivität und der Preisentwicklung abgekoppelt hat und im Jahr 2016 immer noch darunter liegt.

Lohnstückkosten als Indikator für internationale Wettbewerbsfähigkeit

Neben der Betrachtung von Produktivität und Preisentwicklung kann zur Beurteilung der Lohnentwicklung eine weitere wichtige Kenngröße herangezogen werden: Die Lohnstückkosten . Sie sind ein wichtiger Indikator dafür, ob deutsche Löhne im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig sind oder nicht. Lohnstückkosten beschreiben das Verhältnis von Arbeitskosten zu Arbeitsproduktivität. Bei einer hohen Arbeitsproduktivität, können auch Arbeitskosten hoch sein, ohne dass Unternehmen höhere Lohnstückkosten im internationalen Vergleich haben. Zu den Arbeitskosten zählen alle Kosten, die für den Einsatz der Beschäftigten anfallen. Dazu zählen das Arbeitsentgelt  wie Löhne, Lohnnebenkosten wie Sozialversicherungsaufwendungen des Arbeitgebers und der Arbeitgeberin, vermögenswirksame Leistungen, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Fahrtkostenzuschüsse.

Die Entwicklung von Löhnen, Produktivität, Verbraucherpreisen und Lohnstückkosten

  1.  
     

    Ab 1970: Gleichschritt für Löhne und Arbeitsproduktivität

    In Westdeutschland entwickeln sich Bruttolöhne, Preise und Arbeitsproduktivität zwischen 1970 und 1990 im Gleichschritt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer profitieren ebenso wie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber vom Wirtschaftswachstum.

  2.  
     

    Ab 1990: Schwache Lohnentwicklung soll Arbeitsplätze sichern

    Nach der Wiedervereinigung steigen die Löhne geringer als Arbeitsproduktivität und Preisentwicklung. Deutsche Unternehmen stehen unter starkem Wettbewerbsdruck. Die gewerkschaftliche Organisation der Beschäftigten nimmt ab. Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter verzichten ab Mitte der 1990er Jahre zunehmend auf hohe Lohnforderungen, um Arbeitsplätze zu sichern.  

    Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit in Europa

    Nach der Jahrtausendwende sinken die Lohnstückkosten in Deutschland im Vergleich zu seinen Handelspartnern. In anderen europäischen Staaten wie Italien oder Spanien steigen Löhne und Lohnstückkosten stark an. Im Jahr der Finanzkrise 2008 hat Deutschland um fast 20 Prozent gegenüber den übrigen EU-Mitgliedstaaten real effektiv abgewertet. Für Deutschland bedeutet dies in schwierigen Zeiten eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit.

  3.  
     

    Ab 2010: Anstieg der Löhne nach der Finanzkrise

    Nach der Finanzkrise folgt ein konjunktureller Aufschwung und die Löhne in Deutschland steigen. Zwischen 2010 und 2017 erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchschnittlich 0,7 Prozentpunkte mehr Lohn pro Jahr, der somit stärker steigt als Arbeitsproduktivität und Preisentwicklung in der gleichen Zeitspanne.

    Lohnstückkosten rücken wieder näher zusammen

    Die Lohnstückkosten in Deutschland steigen. Und das schneller als im übrigen Euro-Raum. Die Staaten der Euro-Zone rücken bei der preislichen Wettbewerbsfähigkeit wieder enger zusammen. Fast die Hälfte der ursprünglichen realen effektiven Abwertung Deutschlands gegenüber den anderen Mitgliedstaaten wird dadurch rückgängig gemacht.

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