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Die wichtigsten Begriffe erklärt – So definiert die Wissenschaft Gesundheit & Psyche

1948 definierte die WHO den Begriff Gesundheit. Die Definition ist wegweisend für das moderne Verständnis von Gesundheit und Psyche.

Wovon sprechen wir eigentlich genau, wenn es um die Psychische Gesundheit  geht? Und was ist eine Psychische Belastung  im Vergleich zu einer psychischen Beeinträchtigung? Hier haben Wissenschaft und Institutionen grundsätzliche Definitionen festgelegt, die Orientierung schaffen. Ein kleines Lexikon der Fachbegriffe rund um die psychische Gesundheit.

  • „Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens, und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Sich des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu erfreuen, ist ein Grundrecht jedes Menschen, ohne Unterschied der Rasse, Religion, politischen Überzeugung, wirtschaftlichen oder sozialen Stellung.“ So lautet die umfassende Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1948. Mit dieser Erklärung befreite die WHO den Gesundheitsbegriff von einer rein biomedizinischen Sichtweise und beschrieb ihn stattdessen multidimensional. Gesundheit umfasst demnach körperliche, seelisch-geistige und soziale Anteile, die sich wechselseitig beeinflussen. Die WHO-Definition ist von besonderer Bedeutung für die Gesundheitsförderung und bis heute die bekannteste wertorientierte Beschreibung des Begriffs.

  • Die WHO definiert psychische Gesundheit als „Zustand des Wohlbefindens, in dem der Einzelne seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv und fruchtbar arbeiten kann und imstande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen“. In dieser Definition kommt die individuelle und die gesamtgesellschaftliche Perspektive zum Tragen: Psychische Gesundheit ist für jeden Menschen die Voraussetzung, um das intellektuelle und emotionale Potenzial zu entfalten und seine Rolle in der Gesellschaft und im Arbeitsleben finden zu können. So befähigt psychische Gesundheit den Menschen, mit Anforderungen und Belastungen des Alltags umzugehen und diese gut zu bewältigen.

  • Für den Begriff psychische Belastung gibt es seit 1991 einen internationalen Standard. Die Norm DIN EN ISO 10075-1 definiert „Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung – Allgemeine Aspekte und Konzepte und Begriffe“. Darin wird psychische Belastung als die Gesamtheit der erfassbaren Einflüsse definiert, die von außen auf den Menschen zukommen und auf ihn psychisch einwirken. Entgegen dem allgemeinen Sprachgebrauch wird in der Arbeitswissenschaft Belastungen wertneutral verwendet also weder negativ noch positiv. Psychische Belastungen bei der Arbeit kann man in fünf Merkmalsbereiche einteilen:

    1. Arbeitsaufgabe (zum Beispiel der Handlungsspielraum des Mitarbeitenden),
    2. Arbeitsorganisation (hierunter fallen zum Beispiel die Arbeitszeiten),
    3. Soziale Beziehungen (zum Beispiel soziale Unterstützung durch den Kollegenkreis),
    4. Arbeitsumgebung (Geräusche, Beleuchtung etc.) und
    5. Neue Arbeitsformen (darunter Mobilität, zeitliche Flexibilisierung).

    Laut dem Arbeitsschutzgesetz müssen psychische Belastungen am Arbeitsplatz durch den Arbeitgeber erfasst und gezielte Maßnahmen zur Reduktion gesundheitsgefährdender Belastungen abgeleitet werden.

  • Während mit „psychischen Belastungen“ objektive, von außen auf den Menschen einwirkende Faktoren gemeint sind, werden unter Beanspruchung die subjektiven Folgen dieser Belastungen verstanden. Diese lassen sich unterteilen in physische Beanspruchung (z.B. des Herz-Kreislaufsystems, der Muskulatur) und Psychische Beanspruchung  (z.B. der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses). Die Verwendung des Terminus erfolgt neutral. Psychische Beanspruchung kann zu positiven, anregenden und negativen, beeinträchtigenden Effekten führen. Positive Beanspruchungsfolgen sind z. B. Übungseffekte, Anregungs- bzw. Aufwärmeffekte, Lernen sowie Kompetenzentwicklung, die es ermöglichen, in einem Zustand angemessener psychischer und körperlicher Funktionsfähigkeit Anforderungen leichter zu bewältigen. Kurzfristige negative psychische Beanspruchungsfolgen behindern die Anforderungsbewältigung und zeigen sich in Gereiztheit, Nervosität oder Monotonie-Erleben (Langeweile). Bei fortgesetzter hoher negativer Belastung kann es zu langfristigen Beanspruchungsfolgen kommen. Bekannt sind hier stressassoziierte Erkrankungen wie Bluthochdruck, Magen-und Darmerkrankungen, psychische Erschöpfung sowie Verspannungen des Schulter- und Nackenbereichs. Die Norm DIN EN ISO 10075-1 definiert den Begriff wie folgt: „Psychische Beanspruchung ist die unmittelbare (nicht langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategien.“

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