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Illustration Lebenslanges Lernen
Infografik Listical Berufliche Qualifizierung Tätigkeiten & Qualifizierung

Weiterbildungslandschaft in Deutschland – Die wichtigsten Förderprogramme und ihre Zielgruppen

Weiterbildung wird in Deutschland über verschiedene Institutionen, Rechtsgrundlagen und Programme gefördert. Ein Überblick über die wichtigsten Förderprogramme und ihre Zielgruppen.

In der Weiterbildung gibt es eine Bandbreite von Zuständigkeiten, Institutionen, Rechtsgrundlagen und Förderprogrammen. Nicht nur der Bund regelt und fördert Weiterbildungsangebote, auch die Länder haben eigene Regelungen und Förderungen.

Vor allem aber gibt es sehr unterschiedliche Zielgruppen, die an Weiterbildungen teilnehmen und deren Weiterbildungen staatlich gefördert werden. Die Bundesagentur für Arbeit beispielsweise fördert vor allem Angebote für Arbeitsuchende, deren Chance auf einen Arbeitsplatz durch gezielte Weiterbildung erhöht werden sollen. Daneben fördert die Agentur auch die Weiterbildung von Beschäftigten, etwa wenn sie einen Berufsabschluss nachholen möchten. Die Fördermöglichkeiten für Beschäftigte wurden in den letzten Jahren ausgeweitet – mit dem Qualifizierungschancengesetz z. B. werden seit 2019 auch Personen gefördert, deren Tätigkeit perspektivisch durch den Strukturwandel bedroht ist. Eine dritte Gruppe, die im Fokus der Förderungen steht, sind qualifizierte Beschäftigte, die in ihrem Beruf eine zusätzliche, höhere Qualifikation erwerben möchten.

Überblick über die wichtigsten Förderprogramme und Zielgruppen

Die Grafik zeigt ein Schaubild zu den wichtigsten Förderprogrammen und ihren Zielgruppen, welches eigens vom Arbeitsweltportal erstellt wurde. Es werden drei Zielgruppen ausgemacht: Arbeitssuchende, Beschäftigte und qualifizierte Beschäftigte. Die Motivation dieser variiert und reicht vom Erwerben oder Nachholen von Berufsabschlüssen bis hin zum Erwerb von fachspezifischen Zusatzqualifikationen. Instrumente der Förderung, sei es durch Förderprogramme oder gesetzlich verankert, sind auf Bundesebene Gutscheine, Prämien, Stipendien und BAföG und auf Landesebene Bildungsurlaub und andere länderspezifische Angebote. Die gesetzliche Grundlage ist unteranderem mit dem Qualifizierungsgesetz, Arbeit-von-morgen-Gesetz und dem AFBG gelegt. Weiterführende Informationen sind im Text dargestellt.

10 Fakten zur Förderung beruflicher Weiterbildung

Wie werden einzelne Förderprogramme in Deutschland genutzt und mit welchem Ziel? Verschaffen Sie sich in unseren Fakten zur Förderung beruflicher Weiterbildung einen Einblick.

Eine Aufstiegsfortbildung, die durch das Aufstiegs-BAföG gefördert wurde, …

  1.  
     

    machten 2019 167.094 Beschäftigte.

  2.  
     

    Die drei Fortbildungsberufe staatlich anerkannte/-r Erzieher/-in, geprüfter Industriemeister/-in Metall und geprüfte/-er Wirtschaftsfachwirt/-in wurden 2019 am häufigsten durch Weiterbildungsinteressierte nachgefragt.

  3.  
     

    Die Aufstiegsfortbildungen wurden etwa zu gleichen Teilen in Vollzeit und Teilzeit absolviert.

Weiterbildungsangebote, die von der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden, …

  1.  
     

    nutzten 2019 168.367 Personen.

  2.  
     

    75.223 von ihnen absolvierten eine Umschulung  oder Weiterbildung mit Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf.

  3.  
     

    Männer und Frauen nahmen zu etwa gleichen Teilen an den geförderten Weiterbildungen teil.

  4.  
     

    Etwa 40 Prozent der Geförderten (73.143 Personen) hatten noch keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Quelle: BA, 2020

Bildungsurlaub (bzw. Bildungszeit) für kürzere Bildungsaktivitäten von Beschäftigten

  1.  
     

    gibt es in 14 Bundesländern (Ausnahmen sind Sachsen und Bayern).

  2.  
     

    Der Bildungsurlaub wird jedoch kaum genutzt. In Baden-Württemberg beispielsweise nahmen ihn 2017 nur 1,1 Prozent der 4.765.600 Anspruchsberechtigten in Anspruch. Eine Rolle spielt dabei der geringe Bekanntheitsgrad: Zwei Drittel wussten nicht, dass es die Möglichkeit des Bildungsurlaubs gibt.

  3.  
     

    Mit einer Dauer von maximal 10 Tagen wird Bildungsurlaub vor allem für non-formale Weiterbildungen genutzt. Teilweise kombinieren die Beschäftigten ihn auch mit Urlaubstagen, um an längeren Weiterbildungen teilzunehmen.

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