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Illustration Anstieg Mindestlohn

Pro & Contra zur Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro

Der Mindestlohn steigt auf 12 Euro, Politik und Wissenschaft diskutieren die Erhöhung weiter kontrovers. Was spricht dafür, was dagegen? Ein Überblick.

Die deutliche Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro war eines der ersten Vorhaben, die die Ampel-Koalition umgesetzt hat. Dabei diskutieren Politik und Wissenschaft die schnelle Anpassung nach wie vor kontrovers. Ist der Mindestlohn geeignet, die Existenz zu sichern? Und wie hoch müsste er sein, damit Vollzeitbeschäftigte davon leben können? Die Befürworter haben sich zwar durchgesetzt, aber Kritikerinnen und Kritiker befürchten Beschäftigungsverluste und sehen den Mindestlohn nicht als geeignetes sozialpolitisches Instrument. Ein Überblick über die Argumente.

Pro

  • Ein existenzsicherndes Einkommen ist möglich (zumindest für Vollzeitbeschäftigte).1

  • Studien aus den USA zeigen, dass eine Erhöhung des Mindestlohns auf 60 Prozent des Medians keine negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung haben muss.6

  • Ein Grund dafür könnte sein, dass höhere Löhne zu höherer Produktivität führen.2

  • Das Rentenniveau liegt oberhalb der Grundsicherung.1

  • Dumpingpreise werden verhindert. 

  • Der Niedriglohnsektor verliert an Bedeutung.1

  • Die Kaufkraft steigt.2

  • Da weniger Menschen aufstocken müssen, werden die Sozialkassen entlastet.1

  • Die Einkommensverteilung wird gerechter.1

  • Die kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe ist besser möglich.1

Contra

  • Für Alleinerziehende oder Familien reicht auch ein höherer Mindestlohn nicht unbedingt aus, weshalb sie weiter staatliche Hilfen in Anspruch nehmen.5

  • Ein zu hoher Mindestlohn gefährdet Arbeitsplätze, weil mit ihm auch die Lohnkosten steigen, nicht aber automatisch auch die Produktivität. Damit wären die Lohnkosten nicht mehr gedeckt.35

  • Durch den Mindestlohn wird kein Rentenniveau oberhalb der geplanten Mindestrente erreicht.4

  • Ein höherer Mindestlohn schränkt die Tarifautonomie  weiter ein.3

  • Auch Minijobs fallen weg, die von den Beschäftigten gewünscht werden, etwa als Zuverdienst oder um bestimmte Hinzuverdienstgrenzen nicht zu überschreiten.35

  • Der Mindestlohn darf kein Instrument für Sozialpolitik sein.5